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Bei der Feuerwehr werden politische Entscheidungen hinterfragt. Rietig bleibt Kommandant Von Ludwig Herold

„Helfen in Not ist unser Gebot!“ Kommandant Markus Rietig, der mit diesem Ausspruch den Jahresbericht 2014 der Kauferinger Feuerwehr beendete, hatte sich davor erfreut darüber gezeigt, dass es mit genau 100 Einsätzen im Berichtsjahr im Vergleich zum Jahr 2013 „etwas ruhiger war“. Dennoch sei diese Zeit ausgefüllt gewesen mit Ausbildungs- und Übungsdiensten, Lehrgängen „und nach langer Zeit sogar mit der Durchführung eines Tags der offenen Tür“. Weniger erfreuliche Überraschungen seien trotzdem nicht ausgeblieben.

„So wurde uns durch den Marktgemeinderat in einer Sitzung die Ersatzbeschaffung des Bootes versagt.“ Dadurch sei die Kauferinger Wehr nicht mehr in der Lage, Einsätze auf den Gewässern vor Ort durchzuführen, nachdem das alte Boot nicht mehr fahrtauglich sei. Als „nicht bindend“ sei auch die bestehende Risikoanalyse mit Fahrzeugbedarfsempfehlung des Landkreises eingestuft worden, weil es sich nach den Meinungen des Marktgemeinderates „nur um eine Empfehlung“ handle, erklärte Rietig. Der Kommandant erläuterte vor den anwesenden Gästen der Kreisbrandinspektion sowie Bürgermeister und Stellvertreter samt einer Reihe von Gemeinderäten: „Vor rund drei Monaten fiel dazu im Gemeinderat die Entscheidung, einen eigenen Feuerwehrbedarfsplan für Kaufering auf den Weg zu bringen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 10000 Euro. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass der kostenfreie Plan des Landkreises bis jetzt von allen anderen Kommunen im Landkreis als Basis für Ersatz- und Neubeschaffungen angewendet worden ist.“ Kommandant Rietig bemängelte in diesem Zusammenhang auch, dass es beim Gerätehaus auch 2014 „keinerlei Fortschritte gegeben“ habe. Rietig: „Ich bitte den Marktgemeinderat inständig, dass er sich im Jahr 2015 endlich der Thematik Feuerwehrhaus annimmt.“

Bereits vor dem Bericht des Kommandanten betonte Bürgermeister Erich Püttner in Sachen „Feuerwehrbedarfsplan“: „Es gab dazu einen zentralen Beschluss des Gemeinderats, einen Feuerwehrbedarfsplan von einem neutralen Gutachter erstellen zu lassen.“ Und dessen Vorschläge seien dann „unsere Richtschnur“. Das heißt, „der festgestellte Bedarf wird dann in einem entsprechenden Zeitrahmen umgesetzt“, sagte der Rathauschef und fügte hinzu: Er gehe davon aus, dass der Feuerwehrbedarfsplan im April, spätestens im Mai vorliege. Im ersten Halbjahr werde auch eine Entscheidung darüber fällig, wie es mit dem Feuerwehrgerätehaus weitergehe. Dazu müsse der Marktgemeinderat mit der Feuerwehr noch einige Diskussionen führen, „damit wir da weiterkommen“, sagte Püttner.

Bereits in seiner Begrüßung hatte er den Feuerwehrmännern und -frauen versichert, dass es ihm eine Herzensangelegenheit sei, ihnen für den ehrenamtlichen Dienst zum Wohle und zur Sicherheit der Bürger „ganz herzlich zu danken. Wir sind froh, dass wir euch haben.“ Kreisbrandrat Johann Koller berichtete, dass es bei den Einsätzen 2014 landkreisweit ruhig gewesen sei. „Solche Wellenbewegungen hatten wir schon immer. Und meistens ist das darauffolgende Jahr umso heftiger.“ Irritiert zeigte sich Koller darüber, „dass Kaufering beim Bedarfsplan einen eigenen Weg geht“. Denn der erstellte Bedarfsplan sei ja ein Werk des interkommunalen Arbeitskreises gewesen. „Das heißt, die Bürgermeister des Landkreises und Fachgremien haben diesen Bedarfsplan erstellt – nicht in den blauen Himmel hinein, sondern angepasst an den Kreis Weilheim-Schongau sowie an die Bundeswehr.“ Deswegen sei er gespannt, was bei dem von der Marktgemeinde Kaufering in Auftrag gegebenen Gutachten herauskomme.

Bei den anschließenden Wahlen wurden der bisher amtierende Kommandant Markus Rietig und auch sein Stellvertreter Björn Hiekel mit großer Mehrheit wiedergewählt. Das Amt des bisherigen Jugendleiters Stephan Rietig führen künftig Domenec Jakob und Andrea Reiter.

Quelle: Landsberger Tagblatt

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